Caretti - Ein Brett, zwei Achsen, vier Räder = tutto paletti

In einem Bericht zur Sachsenmeisterschaft im Jahr 2000 ist uns dieser sympathische, ehrliche Seifenkisten-Typ begegnet: Caretti als 'Rennpferde der Strasse'.

Der Bau ist extrem einfach, gelenkt wird mit Seilen wie mit Zügeln bei Pferden. Das Gefälle sollte nicht mehr als 3 bis 6 % betragen, durch die unmittelbare Nähe zum Asphalt empfiehlt sich eine Inline-Skater-Schutzausrüstung sowie Handschuhe zum anschieben. Und billige Schuhe mit dicker Sohle - denn damit wird gebremst.
Das wichtigste Rennen in Italien mit über 100 Piloten ist das corsa dei carretti di Castelnuovo d'Elsa (laut Team Avis Castelfiorentino).

Bauvorschriften Caretti

Bauskizze - mehr braucht man nicht

Länge: 950-1.000 mm
Breite: 450-500 mm
Höhe: max.150 mm
Lager: innen min. 25 mm außen max.100 mm Breite: 10-20 mm
Lenkseil: Kunststoff oder Naturfaser 8-10 mm Durchmesser

Das Caretti kann aus beliebigem Material gebaut werden. Als 'Räder' werden nur Rillenkugellager benutzt (ohne Gummibereifung). Die Kugellager müssen gegen Abrutschen an den Achsen gesichert sein.

Rennregeln Caretti

Es fahren immer mehrere Caretti gleichzeitig. Die Startplätze werden ausgelost. Die Caretti fahren nur auf Kugellagern und die starre Vorderachse wird mit dem Seil gelenkt. Die Füße dürfen auf der Vorderachse sein. Gebremst wird mit den Schuhen. Die FahrerInnen dürfen sich mit den Händen während des Rennens zu jeder Zeit anschieben. Es ist sehr ratsam dabei Handschuhe zu tragen, da es möglich ist, daß man sich mit den Rädern über die Finger fährt. Sie müssen auf dem Caretti sitzen. Kommt es zu einem Rennstau, dürfen die Fahrer aufstehen, das Caretti an der nächsten erreichbaren Stelle -nur nicht näher zum Ziel- wieder in Rennposition bringen und weiterfahren. Während des Rennens darf keine fremde Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Rennstrecke kann durch Hindernisse (z.B. Autoreifen) beeinträchtigt werden. Das Ziel kann so eingerichtet werden, daß man nur hintereinander die Ziellinie überqueren kann.