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Dt. Meisterschaft 1949: auf Bahn 1 eine Sunlicht-Seifenkiste
Dt. Meisterschaft 1949: auf Bahn 1 eine Sunlicht-Seifenkiste (Foto: Uelzmann)

Das Nachkriegsdeutschland und die Demokratisierung der Deutschen mit der Seifenkisten-Strategie. Unter anderem.
Während in Deutschland die Kinderrennen schnell wieder vergessen waren, ging es in den USA erst richtig los. Alles begann mit einer Werbeidee. Eine Seifenfirma ließ auf ihre hölzernen Verpackungskisten ("soap box") den Grundriss für eine Einfachkarosserie drucken, den man aussägen konnte. Nun brauchte man nur noch Bremse, Lenkung und Räder - auch diese lieferte die Firma. Fertig war die Kiste.

Das weltweit erste große Seifenkistenrennen, das diesen Namen trug, bestritten 1933 über 350 amerikanische Fahrer in Dayton, Ohio. Sollte es ursprünglich an jährlich wechselnden Schauplätzen in Ohio stattfinden, so einigte man sich 1935 darauf, das Derby zukünftig immer in Akron, ebenfalls Ohio, stattfinden zu lassen. Hauptsponsor wurde für viele Jahre die berühmte Autofirma General Motors.

Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten amerikanische Soldaten die Seifenkiste aus dem strahlenden Siegerland USA ins Deutschland der Elendsjahre zurück. Die Überlegung der Amerikaner war simpel. Eine Jugend, die fleißig ist, ein Volk, das in materiellem Wohlstand lebt und sich Autos leisten kann, würde nie wieder einem Diktator nachlaufen wie ein großer Teil der Deutschen, die dem nationalsozialistischen Führer Adolf Hitler gefolgt waren. Somit waren Seifenkistenrennen für die Amerikaner Teil ihres politischen Demokratisierungsprogramms.
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