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Dt. Meisterschaften 1987 in Duisburg
Dt. Meisterschaften 1987 in Duisburg (Foto: DSKD)
Norm-Seifenkisten der Junior-/Seniorklasse
Der Preis für den Kampf um 100stel Sekunden: Konformität aus dem Windkanal, Individualisumus nur noch bei der Lackierung

Nach dem Ausstieg von Opel gründet sich der Dachverband für Seifenkistenrennen: auf geraden Strecken beginnt die Jagd nach 100stel Sekunden.
In den Jahren 1972 und 1973 führte eine kleine Gruppe von Pfadfindern in dem westfälischen Ort Mettingen eine Bundesmeisterschaft durch. Die Zahl der Vereine war von 44 auf 16 geschrumpft. Das Ausbleiben der generösen Zuschüsse der Adam Opel AG für die Bauteile zeigte Wirkung. Da hatte am Vorabend der Bundesmeisterschaft von 1973 ein Mann eine Idee, die er ' nachts unter der Dorflinde von Mettingen den anwesenden Personen offerierte', wie Johannes Focke, heute Syndikus beim DSKD, schreibt. Der Mann hieß Herbert Siebert. In einer 'flammenden Rede', andernorts heißt sie 'Brandrede', überredete Herbert Siebert, Seifenkistenenthusiast und Inhaber einer Baustoff-Firma in Bad Soden-Salmünster, die Versammelten, einen eigenen Dachverband für das Seifenkistenrennenzu zu gründen. (Auf Vorschlag von Johannes Focke erhielt der DSKD-Vorsitzende Herbert Siebert für seine Verdienste um den Seifenkistensport 1991 das Bundesverdienstkreuz.)
Am 13. Oktober 1973 gründete eine Handvoll Männer im Frankfurter 'Holiday-Inn-Hotel' den Verein 'Deutsches Seifenkisten Derby e.V.' (DSKD). Sein Startkapital betrug 800 Mark, geliehen von den Veranstaltern der Bundesmeisterschaften in Mettingen aus den erwirtschafteten Überschüssen, zurückzuzahlen im nächsten Jahr. Über die Bauvorschriften wurde nicht viel debattiert. Man schrieb die Opel-Tradition fort. Allerdings stritten sich die Männer um die Frage, wie man künftig werten solle. Drei Vorschläge standen zur Auswahl: K.-o.-System, Zeitwertung mit K.-o.-System und nur Zeitwertung. Auf einer späteren Sitzung einigte man sich auf die 'Zeitwertung', die noch heute gilt. Die Zeiten aller Läufe werden zusammengezogen, wobei der Fahrer siegt, der die niedrigste Summe hat.

Mit einem anderen Anliegen blieben die neuen Organisatoren des deutschen Seifenkistensports allerdings erfolglos. Sie wollten vom früheren Sponsor Opel gern die Maschine haben, auf der die legendären Räder gepresst worden waren. Sie suchten in allen dafür in Frage kommenden Werkhallen. Doch niergends fand sie sich. Opel hatte sich offensichtlich sehr zügig seiner Seifenkistenvergangenheit entledigt.
Die Außenwirkung des DSKD blieb vorerst genauso begrenzt wie seinen kargen Geldmittel. Erst seit den achziger Jahren lässt sich wieder von einem Aufschwung sprechen. Die Zahl der lokalen Rennen erhöhte sich auf über 80 im Jahr. In den Jahren seit 1973 zählte der DSKD etwa 111000 Fahrer und Fahrerinnen, die unter seinem Emblem starteten. Seit den siebziger Jahren fahren auch Mädchen mit und dies mit wachsendem Erfolg. 1984 kam die 'Juniorklasse' (8-12 Jahre) dazu. Jährlich bewerben sich etwa 3000 Fahrer um 200 Plätze bei Deutschen Meisterschaften. Ende der achtziger Jahre erlebten Fahrer und Zuschauer in Deutschland die bislang letzte 'Revolution' in der Seifenkistenszene: die Liegekiste. Dabei beugen sich die Pilioten der Seniorklasse nicht mehr tief nach vorne, sondern lehnen sich im Stile von Rodelmeistern weit in die Kiste zurück, um dem Wind sowenig Widerstand wie möglich zu bieten.
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